Fast wie im Kino

Ebenfalls typisch ist die hervorragende deutsche Synchronisation. Peter Groeger (Drakensang), die vor kurzem verstorbene Gisela Fritsch (Tante Muriel in Harry Potter) und andere Sprecher wurden perfekt besetzt und betonen ihren Text so natürlich wie in einem Kinofilm. Der Soundtrack hält sich dezent im Hintergrund, einige Melodien sind mir trotzdem im Gedächtnis geblieben. Mal sorgt ein ruhiges Geigen-Thema für Spannung, später ein Cha-Cha-Cha aus dem Radio für beschwingte Sechziger-Jahre-Stimmung. Im entsprechenden Bonus-Menü lassen sich die Stücke ganz ohne Soundtrack-CD anhören.
Nachdem sich der Abschnitt im Zug etwas in die Länge zieht, nimmt das Spiel auf der Kreuzfahrt nach Afrika ein wenig Fahrt auf. Die Decks lassen sich etwas freier erforschen als die engen Wagons. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als auf der Überfahrt nach Afrika ein mysteriöser Mord passiert. Also dränge ich mich LeGrand ein weiteres Mal auf und recherchiere auf eigene Faust. Viele Dialogrätsel oder alternative Abzweigungen gibt es zwar nicht, einige Gespräche laufen je nach Antwort aber leicht unterschiedlich ab. Außerdem lassen sich ähnlich wie in Professor Layton einige Extra-Punkte mit optionalen Rätseln verdienen. Was im Detail belohnt wird, ist zwar schwer zu erkennen, doch hinterher lassen sich die Punkte im Tagebuch gegen kleine Hinweise eintauschen.
Technische Nicklichkeiten

Gelegentlich lassen sich die Tipps dank Grafikfehlern nicht richtig erkennen. Auch die Hotspot-Anzeige reagiert nicht immer korrekt und kostet bei jeder Aktivierung Rätselpunkte. Die Eigenheit wirkt sich auf meinen Spielstil aus: Ich suche die Umgebung viel gründlicher mit der Maus ab als in anderen Titeln und drücke nur selten auf die Leertaste, um die Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer möchte, kann das Spiel übrigens auch komplett mit der Maus bedienen.
Trotz des klassischen Krimi-Themas muss ich nur selten kriminologische Untersuchungen im Stil von Sherlock Holmes anstellen. Erst als ich mich in LeGrands Kabine geschlichen habe, kommt sein Labor zum Einsatz: In einer Nahansicht untersuche ich gefundene Beweisstücke mit Hilfe diverser Chemikalien. Knallharte Rätsel-Profis werden sich vom moderaten Schwierigkeitsgrad sicherlich unterfordert fühlen – auch ich steckte nur ein einziges Mal in einer Sackgasse. Die Entscheidung für logische überschaubare Puzzles ist mir hier aber um einiges lieber als zu schwere Kopfnüsse, welche die Abenteuergeschichte unnötig ausgebremst hätten.