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Team Sonic Racing (Rennspiel) – Alles fürs Team!

Fliegen ist von gestern – zumindest in Team Sonic Racing: Hinter Segas Fun-Racer steckt zwar erneut Entwickler Sumo Digital, doch statt der gestrichenen Verwandlungen in Boote und Flugzeuge gibt es diesmal mannigfaltige kooperative Team-Fähigkeiten. Geht die neue Formel auf? Wir überprüfen es im Test.

© Sumo Digital / SEGA

Erschwerter Einstieg

Ein Nachteil an der Komplexität ist selbstverständlich, dass lokale Mitspieler nicht so unkompliziert mitmachen können wie bei Mario Kart 8. Bevor sie all die kleinen Team-Tricks verinnerlicht haben, vergehen viele Runden. Online machen bis zu zwölf Spieler mit. Schade, dass die meisten Teilnehmer in der Spielersuche immer nur für die Standard-Rennen und -Meisterschaften abstimmen, statt zur Abwechslung auch mal verrücktere Disziplinen mit Blitzschlägen oder ein Vampir-Rennen zuzulassen. Für Spezialwünsche werden aber auch private Rennen angeboten. Im lokalen Splitscreen für bis zu vier Spieler fehlen die verrückteren Modi leider. Im Gegenzug darf aber der klassische Story-Modus zu zweit oder zu dritt im geteilten Bildschirm gespielt werden. Ein schönes Extra: Auch bei uns hat immer mal wieder jemand den Kopf ins Konsolenbüro gesteckt und konnte dann unkompliziert für ein paar Runden einsteigen.

Trotz kitschiger Dialoge motiviert der Einzelspielerpart. Die nur drei Schwierigkeitsgrade richten sich leider wieder eher an Einsteiger und Könner, statt die Balance endlich auch stärker auf den Durchschnittsspieler auszurichten. Das gelungene Kurs-Design der 21 Strecken (zwölf davon neu) macht aber vor allem dank alternativer Abkürzungen regelrecht süchtig – vor allem in Zeitrennen! Neben klassischen Rennen und Meisterschaften konnten vor allem die Spezialherausforderungen gefallen: Wenn man unter Zeitdruck durch Ringe schliddert, werden fast schon Erinnerungen ans gute alte

Project Gotham Racing

wach.

Technische Macken


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Auch Jim Carrey ist dabei! © 4P/Screenshot

Auch die Zerstörungsorgie gegen kleine Bots mit Raketen und Rempelattacken wirkt viel durchdachter als die Combat-Rennen in WipEout 2048. Ausscheidungsrennen sind ebenfalls dabei. Mario Kart 8 sieht nach wie vor richtig schick aus, doch auf technischer Ebene führt mittlerweile Team Sonic Racing – zumindest auf PS4 Pro und der Xbox One X. Im Gegensatz zu den Preview-Fassungen haben die Entwickler die Framerate mittlerweile im Griff, so dass nur noch selten kurze Ruckler (sowie Sound-Stottern) auftreten. Meist kann man also ungestört die hübschen Szenarien über den Wolken, auf einer Pinball-Strecke oder auf dem zugefrorenen Schrottplatz genießen. Auf Letzterem machen einem das hübsch glänzende Eis oder gefährliche Laserstrahlen zu schaffen.

Mit klassischen Rennspielen wie der Forza-Serie kann die Detailfülle zwar bei weitem nicht mithalten, aber im Rahmen des Comic-Stils bietet sich ein schönes Gesamtbild. Schade, dass sich das nicht für alle Plattformen behaupten lässt, denn bei manchen Umsetzungen wurde offenbar geschlampt.

Nachteil: Switch

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Der Zufallsfaktor wirkt ein wenig niedriger als in Mario Kart 8, so dass erfahrenere Spieler oft lange das Feld anführen. © 4P/Screenshot

Switch-Besitzer müssen mit 30 statt 60 Bildern pro Sekunde und einem erstaunlich hässlichen Schatten-Gekräusel leben, zumal das Bild mit seinen groben Pixelkanten hier allgemein viel unsauberer wirkt als Mario Kart 8. Noch enttäuschender ist auf Nintendos Konsole die arg rucklige Performance im Splitscreen. Wie hatten zu viert so wenig Spaß daran, dass wir schnell zur PS4 Pro gewechselt sind. Im Online-Spiel wurde die Performance sogar derart von Lags und Zuckungen belastet, dass sich die krumm gezeichneten Slingshot-Streifen der Gegner nur noch selten vernünftig nutzen ließen. Das hätten wir von Sumo Digital nicht erwartet! Auf der Xbox One X sieht die Kulisse zwar noch einen Deut hübscher aus als auf der PS4 Pro; hier kam es allerdings ebenfalls zu Lags – zum Glück viel seltener als auf der Switch. Lediglich auf der PS4 Pro lief im Netz alles so, wie es sein sollte.