Nach Fight Night Round 3 und Ghost Recon Advanced Warfighter ist Rockstars Tischtennis –so unglaublich es klingen mag- ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Spiele der nächsten Generation aussehen sollten. Sicher: Umgebungen und Zuschauer kommen etwas zu kurz und lassen im Detail etwas zu wünschen übrig. Im Mittelpunkt stehen aber die Spieler. Und deren Modelle, Texturen sowie Animationen gehören zum Besten, was derzeit auf HD-Fernsehern zu sehen sein dürfte. Mit einer klitzekleinen Ausnahme: die seitliche Bewegung wirkt etwas zu ruckhaft und erinnert mehr an nervöse Kängurus als an schnelle, aber auch geschmeidige Bewegungen von Tischtennis-Spielern. Was sich spielerisch durchaus auswirken kann, da das Potenzial eines Schlages auch von der Position des Spielers zum Ball abhängt.
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So aufwändige Spielermodelle gab es bislang in noch keinem Sportspiel zu sehen: Optik der nächsten Generation vom Feinsten! |
Doch dieses Manko verblasst angesichts der Natürlichkeit, die bei deutlich sichtbaren Härchen auf der Haut anfängt und erst bei der realistisch flatternden Kleidung sowie der ausdrucksstarken Mimik oder den Muskelbewegungen der Spieler aufhört. Gewonnene Ballwechsel werden gefeiert, bejubelt oder der Gegner verhöhnt, der Verlierer lamentiert, hadert mit dem Schicksal, ist ratlos – die Emotionen werden fantastisch und für jeden Charakter glaubwürdig transportiert, sind aber nach einigen Spielen mit jeder Figur bekannt und werden dann schnell weggeklickt.
Die Qualität der Animationen sowie die akkurate Ballphysik lassen sich übrigens auch in den Zeitlupen wunderbar verfolgen. Apropos: hier ist wieder einer dieser „Hätte Rockstar doch…“-Momente zu finden. Denn weit und breit findet sich keine Möglichkeit, die Wiederholungen abzuspeichern – schade.
Dafür jedoch gibt es einen ebenso einfachen wie genialen Moment (ich traue mich kaum, dies „Effekt“ zu nennen) zu bestaunen, wenn beide Spieler die höchste Fokusstufe aktivieren: Ein Spot grenzt Spieler und Platte ein, die Akustik wird gedämpft und die beiden Spieler stehen im absoluten Mittelpunkt – klasse!
Überhaupt liefert auch die Soundabteilung einen klasse Job ab: Über die Techno-Musik kann man zwar streiten, doch das „Pock“ der Bälle, das Raunen sowie spontane Zurufe der Zuschauer und die sporadische Sprachausgabe der Spieler sind allererste Sahne. Wie in allen Bereichen findet sich aber auch hier eine kleine Inkonsequenz: Während die Athleten meist in ihrer Heimatsprache zu fluchen scheinen bzw. ihrer Freude Ausdruck verleihen, verliert ausgerechnet der deutsche Teilnehmer Jürgen kein Wort seiner Muttersprache, sondern kommuniziert in gebrochenem Englisch – merkwürdig…