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Creaks (Adventure) – Rätselhaftes Haus in der Tiefe

Creaks ist das neue 2D-Rätsel-Abenteuer des tscheschichen Indie-Entwicklers Amanita Design. Mit dem Adventure wagen sich die Macher von Samorost und Machinarium zum ersten Mal weg von der klassischen Point-&-Click-Spielmechanik, hin zu einem Plattformer. Trotzdem müssen weiterhin allerlei Rätsel gelöst werden, bei denen vor allem die schattenhaften Creaks eine wichtige Rolle spielen. Hier kommt der Test.

© Amanita Design / Amanita Design

Der Weg in die Tiefe

Alles beginnt mit einer flackernden Glühbirne. Der namenlose Held macht sich an die Reparatur, doch nach mehreren Anläufen zerplatzt die Glühbirne. Dann erbebt plötzlich der Boden, ein unheimliches Knarren und Quietschen ertönt aus allen Ecken des Raumes. Dann schält sich die Tapete von einer Wand und macht den Blick auf einen kleinen Durchgang frei. Vorsichtig krabbelt der Held durch den schmalen Gang und gelangt an eine Leiter. Ein weiteres Beben scheint sein Schicksal zu besiegeln – nur durch einen beherzten Sprung auf die Leitersprossen kann er sich in Sicherheit bringen, als der Vorsprung, auf dem er gerade noch stand, in die Tiefe stürzt. Nun gibt es nur noch einen Weg für ihn: nach unten!

Eine Villa voller Rätsel

Die lange Leiter führt tief unter die Erde zu einer beeindruckenden Villa voller Türme, verwinkelter Ecken und angebauter Räume – ein wahres Labyrinth. Schnell bemerkt der Protagonist, dass er dort nicht alleine ist: Mysteriöse Wesen streifen durch die Gänge – diese Creaks sind nicht nur gefährlich, sondern auch hilfreich, denn die Villa steckt voller Rätsel, für die ihr die Eigenschaften der Kreaturen benötigt.

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Was einst ein Creak war ist bei Licht betrachtet nur ein dekoratives Schränkchen. © 4P/Screenshot
Creaks mögen kein Licht

Jeder Raum stellt euch vor eine Denkaufgabe: Diese sind anfangs noch leicht lösbar, doch werden schnell komplexer und kniffliger. Manchmal muss man nur den richtigen Weg finden oder den richtigen Schalter betätigen. Doch das ist nur trotz oder mit den dort lebenden Creaks möglich, denn diese reagieren auf Licht mit einer nützlichen Verwandlung. So trefft ihr zu Beginn auf Bulldoggen-Creaks, die euch nicht in ihre Nähe lassen. Tretet ihr doch zu nah heran, greifen sie an und laufen euch hinterher – den Lichtstrahl der spärlich gesäten Deckenlampen können sie jedoch nicht durchqueren und stoppen bellend davor. Durch ein geschicktes Spiel mit Licht und Schatten könnt ihr sie jedoch unter eine Lampe locken und das Licht schnell einschalten. Und plötzlich werden aus den gefährlichen Monstern einfache Schränkchen, man könnte sogar sagen, dass in jedem der Monster bei Licht betrachtet ein verborgenes Möbelstück schlummert.

Steuerung und Mini-Spiele

Creaks ist gespickt mit  vielseitigen und durchdachten Rätseln, die sich am PC (vor allem an der Tastatur) aber auch auf der Switch gut spielen lassen. Da es manchmal zwar auf Schnelligkeit, aber nicht hochkomplexe Steuermanöver ankommt, sind auch kleinere Ungenauigkeiten zu verzeihen, z.B. wenn man nach unten springen möchte und dies in der Eile nicht gelingt. Etwas anstrengend kann die Steuerung in einigen Minispielen sein: Im Abenteuer ist eine Vielzahl an Gemälden versteckt, die an die Kunstepoche des Klassizismus erinnern sollen und sich sammeln lassen. Einige dieser Gemälde beinhalten kurze Arcade-artige Spiele. Spannend sind diese nur für Archievement-Sammler, da sie ansonsten eigentlich keinen Mehrwert für die Handlung haben. Wer nicht mit Tastatur spielen möchte, kann aber auch auf einen Controller zurückgreifen. In puncto Steuerung gehen sie auch auf der Switch problemlos von der Hand.

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Hin und wieder findet man Gemälde, die sich sammeln lassen. Hinter manchen verstecken sich Minispiele. © 4P/Screenshot
Die Stadt der träumenden Creaks


Optisch hat das Rätsel-Abenteuer einiges zu bieten: Die handgezeichneten Umgebungen und Figuren machen das Spiel ungewöhnlich lebendig. Vor allem das Design der Villa und der Creaks erinnern entfernt an die Romane und Zeichnungen von Walter Moers; ein Hauch von „Die Stadt der träumenden Bücher“ weht durch dieses Spiel. Alles ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet, voller Bücher und skurrilen Elementen. Die Charaktere sind vielseitig und charakterstark. Leider fehlt es an Sprache, wie beispielsweise auch beim Point-&-Click-Adventure Luna – The Shadow Dust. Die Figuren unterhalten sich in unterschiedlichen Tönen und Gesten miteinander – nur so kann man der Geschichte und den Geschehnissen folgen. Dadurch durfte die Rahmenhandlung jedoch gleichzeitig nicht zu vielschichtig werden. Trotzdem fügen sich Geschichte und Rätsel gut zusammen. Hinzu kommt eine hervorragend passende Musik, die stark zur Stimmung beiträgt und trotzdem unaufdringlich bleibt. Verantwortlich dafür ist der Komponist Joe Acheson, der als „Hidden Orchestra“ zum ersten Mal den Soundtrack für ein Videospiel beisteuert.

  1. Hab jetzt etwa 4 Stunden gespielt und besonders herausfordernd waren die Rätsel jetzt nicht. Man steigt mehr Leitern rauf und runter als alles andere^^ Hübsch ist das Spiel, das war von Amanita auch nicht anders zu erwarten. Allerdings fand ich z.b. das 2008 erschienene "Braid" sowohl rätseltechnisch als auch optisch deutlich besser. Aber sei's drum, das hier ist auf jeden Fall auch sein Geld wert, keine Frage.

  2. Ich spiele momentan erstmal Röki, denke danach hole ich mir dann Creaks. Switch oder PC? :thinking: :laughing:
    Ich möchte noch darauf hinweisen, dass man die PC Version wieder direkt bei Amanita kaufen kann. Durch den Dollar Preis für uns etwas günstiger und sicher immer noch mehr für den Entwickler, da nichts an Steam abgegeben wird. Bei itch.io ist es eventuell genauso, da weiß ich es aber nicht.

  3. Samorost und vor allem Machinarium fand ich herausragend. Hatte mich schon gefragt, ob von den Machern irgendwann mal wieder was kommen würde ^^
    Freu mich drauf :)

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