Ein Resident Evil, dass mit Fingerspitzen auf dem Smartphone-Display gespielt wird? Wer weiß, wie blutig verschmiert Zombie-Eingeweide werden können, weiß erst recht: Da könnten Fingerkuppen auf dem Bildschirm ausrutschen. Aber Spaß beiseite: Resident Evil: Survival Unit ist, abseits vom mit Hochspannung erwartetem Resident Evil: Requiem, der neueste Streich der untoten Franchise – welcher bereits 2025 euer Mobile Device heimsuchen wird.
Zugegeben: Ich bin nicht gerade der Gamer auf dem kleinen Bildschirm. Noch weniger lasse ich mich von Free-to-Play-Spielen mit In-Game-Käufen locken – ein solches wird Surival Unit nämlich sein. Aber das, was Joycity (Pirates of the Carribean: TOW, Gunship-Battlereihe) in Kooperation mit dem Zombie-Mutterschiff Capcom hochzieht, ist nun mal Resident Evil – nicht irgendeine Wald-und-Wiesen-Franchise. Daher brachte ich den Macher*innen einen Vertrauenszuschuss entgegen – den sich die Südkoreaner*innen prompt verspielt haben?
Resident Evil: Survival Unit – neues Spiel in alten Schlauchgängen
Wieso ich trotz der Free-to-Play- und Mobile-Vorbehalte vorsichtig optimistisch bin, was diesen Genre-Mischmasch aus Survival-Horror und Strategiespiel angeht? Nun, mein erster Gedanke, als man mir das Smartphone in die Hand drückt, um eine Runde mit Resident Evil: Survival Unit zu drehen, war: Das fühlt sich verdammt authentisch nach einem klassischen Biohazard-Spiel an – mit zwei feinen Unterschieden. Erstens: Anstatt mit Gamepad oder Maus-und-Tastatur-Kombi, navigiere ich den Protagonisten mit meinen beiden Daumen über den Bildschirm.

Komfortabel: Sobald ich mich einem Hotspot nähere, blinkt zusätzlich ein kreisrundes Icon auf. Somit sollte eigentlich keine Möglichkeit zur Interaktion untergehen. Zweitens: Das Spielgeschehen wird mir in isometrischer Draufsicht präsentiert. Nach der klassischen, festen Kameraperspektive und der Ego-Perspektive der neueren Serienteile, blickt Survival Unit also nochmal mit frischen Augen auf Raccoon City & Co. – aber auch spielerisch geht Joycity neue Wege.
Das fällt bei Survival Unit unter das Rubrum Survival Horror Strategy. Von der einen Hälfte konnte ich mir während des Anspielens einen ersten Eindruck verschaffen – mit einer Einschränkung: Die überschaubare Spielzeit von gerade mal 15 Minuten verwehrte mir einen tiefergehenden Eindruck. Dennoch kann ich bereits jetzt feststellen: Resident Evil-Fans werden sich pudelwohl fühlen. Während der Hand voll Minuten bin ich in einem Krankenhaus erwacht, durch schummrig ausgeleuchtete Flure gestakst – und sogar meinem ersten Zombie in die Arme gelaufen.

Schön: Eine kurze Zwischensequenz zollte jener ikonischen Szene aus Capcoms originalem Survival Horror-Schocker Respekt. Ihr wisst schon: Jener Moment, in dem die Kamera an den lebenden Untoten heranfährt, der Kollege Zombie einem die blutverschmierte Fratze zudreht. Eine willkommene Verneigung vor dem Original. Aber auch spielerisch erfüllt Survival Unit die Erwartungshaltung, mit der ich als Serienveteran an das Mobile Game herangegangen bin.
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Bau‘ mir eine Basis, Baby!
Und die Rätsel? Waren solide Horror-Hausmannskost. Ein Beispiel: Um den Strom im Krankenhaus wieder zum Laufen zu bringen, suchte ich – wie sollte es anders sein? – einen Verteilerkasten auf. Dieser war wie ein typisches Rohrpuzzle aufgebaut, wo ich die unterschiedlichen, rechteckigen Plättchen richtig herumdrehen musste. Eben passend zum Verlauf des Stromkabels. Überhaupt wurden die Rätsel von vergangenen Resident Evil-Spielen inspiriert, wie man mir versicherte.
Der schmissige Trailer:
Ein anderes, für Genre-Hasen altvertrauter Gameplay-Bauteil: Tagebucheinträge, Notizzettel & Co., die überall verstreut herumliegen, darauf harren, gelesen zu werden. So weit, so sehr Konvention. Vom eigentlichen Alleinstellungsmerkmal bei Resident Evil: Survival Unit konnte ich mir – abgesehen Mobile Game-Faktor – keinen Eindruck verschaffen. Ergo: Dem Strategy-Part in dieser Survival Horror Strategy.
Im fertigen Spiel werden wir uns nämlich auch dem Basenbau widmen. Unsere Basis, dargestellt durch unterschiedliche ikonische Schauplätze wie der Spencer Mansion, will rundum gewuppt werden – vom Ressourcenmanagement bis hin zu Verteidigungsmaßnahmen aufgrund hirnfressender Untoter. Dennoch: Das besondere Resi-Flair fängt Joycity gekonnt ein. Stehen und fallen wird Survival Unit letztlich damit, ob der Strategie-Part überzeugen – oder ob Lizenz-Geber Capcom und die Südkoreaner*innen von Joycity mit dem Genre-Mischmasch baden gehen. Ich bleibe für den Moment skeptisch, ob das gelingt.
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Quellen: PM, YouTube / @ROEnetwork

