Zwei enttäuschende Auftritte in Folge und ein massiv angekratztes Image: Mit Battlefield 6 steht eine der größten Shooter-Reihen der Welt am Scheideweg. Reicht es noch, um einem Call of Duty die Stirn zu bieten – oder droht jetzt der endgültige Absturz?
Dieser existenziellen Frage muss sich der jüngste Auftritt des einstigen Multiplayer-Giganten bei seiner großen Enthüllung stellen – wobei Enthüllung relativ zu sehen ist. Schließlich gibt es schon seit Monaten immer wieder Gameplay im Netz zu sehen, welches ausgewählte Spieler*innen aus den geschlossenen Tests gegen den Willen von EA hochgeladen haben. Battlefield 6 kann doch gar nicht mehr überraschen – oder etwa doch?
Battlefield 6: Die ganz sichere Karte
In Berlin (und weiteren Städten dieser Welt) präsentiert EA das neue Battlefield 6 – und wir sind dazu eingeladen. Vor Ort gibt es erstmals die Möglichkeit, den Shooter selbst auszuprobieren. Normalerweise eine willkommene Gelegenheit, aber dieses Preview-Event ist anders. Denn … ich weiß ja schon, was mich erwartet.
Nicht nur, weil die Battlefield-Reihe zu meinen absoluten Favoriten gehört – und das trotz eines 2042-Desasters. Nein, auch weil ich schon so viel über Battlefield 6 vorab erfahren habe. Setting, Karten, Waffen, Gameplay: Alles wurde über die letzten Monate geleakt. Es gibt kein „Oha, damit hätte ich ja niemals gerechnet“, sondern maximal ein leichtes Nicken, wenn die Verantwortlichen betonen, sich wieder auf die Wurzeln der Reihe zu besinnen.
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Genau das macht dieses neue Battlefield 6, wobei es eher die modernen Wurzeln sind: ein aktuelles Military-Setting, zurück zu maximal 64 Spieler*innen, große, aber nicht zu große Maps und jede Menge Zerstörung. Klassen sind auch zurück. EA und die Battlefield-Studios, bestehend aus DICE, Ripple Effect, Criterion und Motive, wählen die sichere Nummer – es ist spürbar, dass dieses Mal nichts schiefgehen soll. Aber ist das auch spielbar?
Endlich wieder Battlefield
Um es kurzzuhalten: Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Battlefield wie in dieser Anspielsitzung. Während des Events durfte ich insgesamt vier Stunden mit dem Shooter verbringen, verschiedene Maps und Spielmodi ausprobieren. Zum Release soll es übrigens insgesamt neun große Karten geben – fast alle sind neu. Lediglich Operation Firestorm aus Battlefield 3 kehrt als Remake zurück.
Aber egal, ob in den engen Gassen Kairos, in der Vertikalität von Empire State oder in den groß angelegten Schlachten über mehrere hunderte Meter Fläche hinweg: die Action stimmt. Das Gunplay fetzt – wobei es etwas mehr Recoil hier und da vertragen könnte –, das Sounddesign knallt ins Trommelfell und alles greift bereits so ineinander, wie es zu erwarten ist. Auffällig ist vor allem das Movement: Es ist spürbar anders im Vergleich zu 2042 geworden. Etwas schwerfälliger und mit mehr Gefühl über den eigenen Körper, aber keinesfalls schlechter.
Der taktische Sprint, bei dem ich schneller bin, aber die Waffe zur Seite nehme, ist komplett weg. Im Gegenzug gibt es sinnvolle Neuerungen: Springe ich beispielsweise aus einer bestimmten Höhe, kann ich mich mit guten Timing gekonnt abrollen, um weniger Schaden zu nehmen und gleichzeitig nicht zu viel Tempo zu verlieren. Insgesamt fühlt sich das alles schon ziemlich gut an.

