Während Hideo Kojima sich mittlerweile ganz und gar auf Death Stranding konzentriert, und mit OD und Physint bereits die nächsten heißen Eisen im Ofen hat, peitscht Konami noch immer die Metal Gear Solid-Reihe in der kommerziellen Tretmühle.
Nachdem man 2023 Volume 1 der Master Collection veröffentlichte, folgt Ende des Monats das Remake von Snake Eater: Der Mann mit dem Bandana und der Tendenz dazu, ihm vermittelte Fakten als Fragen zu wiederholen („Super Baby Method?“), darf einfach nicht in Rente gehen.
Bedenkt man, dass sein erster Auftrag 1987 stattfand, ist es vielleicht langsam an der Zeit, schließlich hat er damit fast 40 Jahre Arbeitserfahrung als Spion auf dem Buckel. Sollte man meinen. Doch ich bin hier, um euch vom Gegenteil zu überzeugen: Trotz seines Alters ist Snake kaum eingerostet und auch die Metal Gear Solid-Reihe kann im Jahr 2025 noch begeistern. Ich muss es wissen, bin ich doch erst dieses Jahr wirklich mit den Spielen eingestiegen.
Metal Gear Solid: Mein Weg zum Retro-Spion
An dieser Stelle folgt eine kurze Ausführung zu meiner Verbindung zur Metal Gear Solid-Reihe und Hideo Kojima. Falls ihr mit dem persönlichen Schwenk nichts anfangen könnt und einfach nur wissen wollt, warum Schleichen, Schießen und Sequenzen schauen auch 2025 noch Spaß macht, springt einfach zur nächsten Seite. Alle anderen dürfen sich auf eine kleine Einordnung meiner Erfahrungen freuen, die dann auch Kontext für den Test zu Metal Gear Solid Delta: Snake Eater bietet.
Hier der Trailer zum Remake:
Denn im Gegensatz zu vielen Snake-Fans bin ich nicht mit Grumpy McGruff aufgewachsen: Konsolen waren in meiner Kindheit ein schwieriges Thema, ich selbst durfte die Welt des Gamings lange Zeit nur auf Handheld-Geräten erleben. Ein damaliger Kumpel besaß glücklicherweise eine N64, mit dem er mir so großartige Titel wie Super Mario 64, Donkey Kong 64 und Pokémon Stadium näherbrachte. Eine PlayStation befand sich zwar auch in seiner Sammlung, die wurde aber maximal für ein paar Runden Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back angeworfen.
Von Snake, egal ob nun Solid, Liquid oder Naked, fehlte jede Spur – bis zum Oktober 2023, als Konami die Master Collection herausbrachte. Damals bot man uns großzügig einen Code an und nachdem ich mit Death Stranding bereits ein leichtes Faible für Kojimas Wahnsinn entwickelt hatte, war ich neugierig, die Schaffensursprünge des japanischen Entwicklers kennenzulernen. Gesagt, getan: Innerhalb kurzer Zeit spielte ich die beiden ersten Metal Gear-Teile, denn wenn ich schon in die Reihe einsteigen will, dann auch richtig und am Anfang.
Pixelige Planlosigkeit
Zugegeben: So richtig gezündet hat der Start nicht. Obwohl in der Theorie zeitloser als die Solid-Teile, hat mir die Pixel-Optik einfach nicht besonders gemundet. Außerdem bin ich immer wieder über meine nächsten Ziele gestolpert: Oft irrte ich planlos durch die von Feinden nur so wimmelnde Basis, bis ich dann beinahe per Zufall endlich den gerade gefragten Gegenstand ergatterte. Es dauerte nicht lange, da griff ich zum Guide, um den Frust zu reduzieren und zumindest die Story zu genießen.

Nach etwas mehr als zehn Stunden hatte ich beide Metal Gear-Spiele hinter mir und muss nun bei meiner ursprünglichen Empfehlung zumindest ein bisschen zurückrudern. Denn auch, wenn ich es nicht bereue, beide gespielt zu haben, sind sie nicht zwangsläufig nötig, um die nachfolgenden Solid-Teile zu genießen. Seid ihr überaus allergisch gegen konfuse Wegfindung und den erwähnten Pixel-Look, tut es wohl auch eine umfassende Zusammenfassung der Geschichte.
Doch es wird besser, versprochen. Zwar war ich mit meinem bescheidenen Alter von 27 nicht mehr jung genug, um Snake auf ein Podium zu stellen und ihm seine regelmäßigen sexuellen Belästigungen durchgehen zu lassen (dazu später mehr), aber offenbar trotzdem empfänglich für den Charme der Metal Gear Solid-Reihe, deren erste drei Teile ich in den letzten Wochen mit geringem zeitlichem Abstand hintereinander weggespielt habe.
Lesetipp: Snake Eater-Remake mit exklusivem neuen Spielmodus
Trotz einiger Eigenheiten haben die auch 2025 noch einiges zu bieten und umfassen Teile, die sich, genau wie der Titel des bei uns als Zwei glorreiche Halunken bekannten Spaghetti-Westerns, als The Good, The Bad and The Ugly beschreiben lassen.
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