Ich habe ja schon einiges gespielt während meines gar nicht mal so kurzen Lebens – aber ein kunterbunter Rick and Morty-FPS-Verschnitt, worin mich Waffen in einer Tour zulabern? Für mich ein Novum! Ja, richtig geraten, ich habe auf der gamescom 2025 in High On Life 2 reingespielt – und war hellauf begeistert. Aber nicht nur Squanch Games irrwitzige Ballaballa-Action hat mich weggeblasen.
Zwei weitere, actionlastige Games haben, so in der Rückschau, einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Der eine hat mit einem schwamm-tastischen Helden meiner Kindheit zu tun, der andere hat ein loses Mundwerk – aus dem pausenlos vulgäre Oneliner poltern. Die Rede ist von Deadpool VR von Twisted Pixel Games und SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten aus dem Hause Purple Lamp … äh, nicht Haus, bewohnbare Ananas natürlich. Bei aller Vorfreude: Einen dieser drei Titel werde ich vermutlich doch niemals spielen …
Action im Dreierpack: Ein Schwamm, ein Latexanzug – und J.B. Smoove
„Ist das etwa J.B. Smoove?“, fragte ich, riss mitten im Anspiel-Event zu High On Life 2 die Kopfhörer herunter. Ja, der einzigartig-unvergleichliche J.B. Smoove spricht tatsächlich die Schusswaffe Gus – was Kenner*innen natürlich wissen. Nun, meine Lieblinsgserie Curb Your Enthusiasm fristet hierzulande ein Schattendasein – doch in Übersee ist die Quasi-Seinfeld-Fortsetzung mit dem Schauspieler der Renner. Moment! Sprechende Ballermänner?
Heftige Gameplay-Dosis aus High on Life 2:
Kurze Auffrischung für alle, die nicht mitbekommen haben, was Squanch Games die letzten Jahre verzapft hat: Das 2022 erschienene High On Life war nicht einfach nur irgendein dahergelaufener Ego-Shooter. Oh nein, denn in dieser Ballerbuden-Orgie wollen A) Aliens Menschen als Droge benutzen, und B) sprechen die Waffen zum Spielenden. Über 16.500 durchschnittlich sehr positive Steam-Kritiken sprechen dafür, dass nicht wenige Adrenalin-Junkies den infantilen Humor des ersten Teils gefühlt haben. Selbst zählte ich mich nicht darunter. Bis jetzt.
Beim Anspiel-Event hat mich die Fortsetzung mit einem J.B. Smoove gekriegt – und der hyperhysterischen Anarcho-Action wegen, bei der’s im Affenzahn auf dem Skateboard durch Futurama-artige Welten geht, habe ich mir den Release-Tag (13. Februar) tiefrot im Kalender angestrichen. Ähnlich durchgeknallt, aber deutlich saugstärker, ist der nächste Action-Held …
Schwamm drüber, oder?
Mal ehrlich: Welcher ist der beste Kinofilm aller Zeiten? Citizen Kane? Casablanca? Oder doch Starship Troopers: Traitor of Mars? Aber Augenzwinkern beiseite: Der allerbeste Streifen jemals ist natürlich Der SpongeBob Schwammkopf Film – davon bin ich felsenfest überzeugt. Deshalb konnte ich auch kaum an mich halten vor überkochender Euphorie, als ich mich im Pressebereich von THQ Nordic auf die Couch fläzte, um mir das neuste Tiefseeabenteuer vom Schwamm-erprobten Studio Purple Lamp zeigen zu lassen. Tja, und was soll ich sagen …
Der beste Trailer der Weltgeschichte:
Ach, was soll ich groß labern? Das in Österreich beheimatete Studio Purple Lamp kennt seinen SpongeBob und Patrick offenkundig besser, als der Schwamm persönlich die fettige Unterseite seiner Grillspachtel. Mit Battle for Bikini Bottom und The Cosmic Shake haben die Macher*innen vorgelegt – und für mich besteht kein Zweifel daran, dass für Fans der liebenswerten Tiefseetrottel auch mit Giganten der Gezeiten wieder eine 3D-Plattforming-Extravaganza der Spitzenklasse bevorsteht.
Okay, vielleicht bin ich als Bikini Bottom-Fanboy ein wenig voreingenommen. Zuerst Titans of the Tide, dann im Dezember Piraten Ahoi! im Kino – ich feiere es! So auch den nächsten Action-Heißblüter …
Lesetipp: Ihr wollt eine Konsole, die aussieht wie SpongeBob?
Die Mundkalaschnikow ballert wieder …
Last but echt noch nicht least, wäre da Deadpool VR vom sich auf Virtual Reality-Games eingeschossenen Studio Twisted Pixel Games (Defector, Wilson’s Heart). Hand aufs Herz: VR-Spiele üben seit Half-Life: Alyx eine ungeheuerliche Faszination auf mich aus – und mit sowas wie Alien: Rogue Incursion oder Jurassic World Aftermath gibt’s weitere, monströse VR-Games, auf die ich amtlich Böcke hätte. Nur leider hat mein Geldbeutel nicht die geringste Lust, für die benötigte Hardware absurde Beträge zu löhnen.
Deadpool ist’s, wenn Einzeiler härter als Waffen treffen:
Umso dankbarer war ich dafür, bei Deadpool VR unverfänglich reinzuschnuppern zu können – oder eher: Mir die Meta Quest auf die Birne schnallen zu lassen. Erstmal, ja, Wade Winston Wilson wird von Neil Patrick Harris‘ (How I Met Your Mother, Starship Troopers) Sprechorgan kongenial zu Gehör gebracht. Noch viel wichtiger ist aber, dass ich eine Mordsgaudi damit hatte, im virtuellen Raum beidhändig Katanas zu schwingen, um den bösen Buben zu zeigen, was eine Amputation ist. Teils hatte das sogar Tomb Raider-Flair, wenn’s in dunklen Verliesen gut getimt aus den Wänden zischenden Speeren auszuweichen galt.
Ich fand’s toller als toll. Nur, dass ich als unverbesserlicher Körperklaus beim Plattmachen von Schergen fast auf die Nase gefallen bin, ist mir ein Warnsignal – dass ich vielleicht doch beim Radfahren an der frischen Luft bleiben sollte, wenn der Bewegungsdrang ruft. Apropos Zweiradmechaniken: In unserem Test zu Wheel World wird fürstlich in die Pedale getreten.
Quellen: Steam / Squanch Games, Inc., YouTube / @Squanch Games, @THQ Nordic, @marvel

