Die Nintendo Switch 2 hat mit Donkey Kong Bananza schon einem alten Affen… äh, Hasen in der Historie des Unternehmens zu neuen Abenteuern verholfen. Mit der Erweiterung zu Kirby und das vergessene Land sowie Metroid Prime 4: Beyond werden zwei weitere Franchises mit neuen Geschichten bedacht. Der gute, alte Super Mario muss jedoch noch warten.
Blicken wir also stattdessen einmal in die Vergangenheit und schauen uns einen besonderen Plattformer aus der farbenprächtigen Super-Nintendo-Ära an. In dieser Woche feiert nämlich eines des wohl besten Spiele dieser Konsolengeneration einen 30. Geburtstag.
Super Mario diesmal nur Beiwerk: Yoshi mimt den Helden
Die Rede ist von Super Mario World 2: Yoshi’s Island, das gleich in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlich war. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der wahre Star dieses Spiel nämlich nicht der mutige Klempner, sondern vielmehr erstmals sein treuer Freund Yoshi. Dieser war im Vorgänger Super Mario World in die große weite Nintendo-Welt eingeführt und sofort zum absoluten Fan-Liebling geworden. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis der grüne Dino – diesmal auch mit seinen bunten Freunden – zum Star seines eigenen Abenteuers wird.
Ebenfalls neu war, dass Mario nicht in seiner eigentlichen Form – oder vielmehr in seinem gewohnten Alter – zu sehen war, denn Yoshi’s Island spielt kurz nach der Geburt des künftigen Nintendo-Stars und dessen Bruder Luigi. Letzterer wird auf dem Flug vom Klapperstorch zu den Eltern der Zwillinge von den Schergen Baby Bowsers um den trickreichen Kamek entführt – Mario kommt bei dieser Aktion abhanden und landet direkt in der Schar der freundlichen Yoshis.
Diese machen es sich kurzerhand zur Aufgabe, zu einer Rettungsaktion aufzubrechen und gleichzeitig Baby Mario in ihre Obhut zu nehmen. In einem Staffellauf über die Insel wechseln sie sich beim Babysitten ab und reisen durch gefährliche, beeindruckende und aberwitzige Welten, wie sie noch nie in einem Super Mario-Abenteuer zu sehen waren.
Neugierig geworden? Seht hier ein Walkthrough zu Yoshi’s Island:
Yoshi beherrscht den praktischen Flatterflug, mit dem sich auch größere Abgründe überwinden lassen, ebenso wie die Stampfattacke, die so manches Geheimnis unter der Erde zu Tage fördert. Außerdem kann der Saurier wie gehabt viele seiner Gegner verschlucken und sogar zu Eiern verarbeiten, die wiederum als Wurfgeschoss dienen. Den Yoshis stehen also eine Menge kreative Möglichkeiten zur Verfügung, mit den Gefahren der Insel umzugehen – und das ist auch bitter nötig, denn Kamek lässt sich einiges einfallen, sie aufzuhalten.
Gigantische Gegner und spektakulärer Spießrutenlauf
So sind die Endgegner der Schlösser und Festungen alle vier Level gigantifizierte und teilweise auf Bildschirmgröße verwandelte Monster, denen ihr in den bisherigen Leveln begegnet seid. Und alle haben ihre eigenen Schwachpunkte. Dem Riesen-Buu-Huu müsst ihr den Rücken zukehren und per Bande treffen, dem monströsen Koopa ein paar Eier vor den Latz knallen, damit er umkippt und seine weiche Bauchpartie angreifbar macht, beim schleimigen Möbius hingegen müsst ihr erst einmal seine gallertartige Hülle wegballern, um an das verwundbare Herz zu gelangen.
Nicht minder spektakulär sind die abwechslungsreichen Level, in denen ihr durch Dschungel streift, in denen Horden von Affen euch einem wahren Melonenkernhagel aussetzen; durch neblige und labyrinthartige Höhlensysteme irrt und auf Felsen über Lavaströme balancieren müsst, bis hin zu waghalsigen Sprüngen über herabfallende Plattformen, Karussells oder schwebende Ballons. Unvergesslich ist Yoshis Reise in die Gebirge, durch kinnhohen Schnee und über Skilifts und rutschige Eiswürfel-Pfade – bis eine spektakuläre Abfahrt auf Skiern das Level 5-3 abschließt.
Auch die Gegner sind ebenso zahlreich wie kreativ: Ob die Shy Guys, die auf Stelzen, mit Lanzen bewaffnet oder in Brand gesetzt euren Weg kreuzen; die weißen Sporen, die Yoshis Wahrnehmung bei Kontakt beeinflussen und euch damit die Kontrolle um einiges erschweren; oder aber die gigantischen Kettenhunde, die im Hintergrund lauern und auf euch herabstürzen, um gähnende Krater in der Landschaft zu hinterlassen.
Yoshi’s Island lockt mit zahllosen Geheimnissen auf der Suche nach den 20 Münzen und fünf Bonus-Blumen in jedem Level. In Minispielen wie Memory oder Rubellos könnt ihr Items oder Extraleben gewinnen, ebenso in den optionalen Duellen mit dem räuberischen Jason in manchen Levels. Die Yoshis können sich hin und wieder in Fortbewegungsmittel verwandeln, mit denen der jeweilige Levelabschnitt besser bewältigt werden kann – ob als rasanter Helikopter, als Torpedos abfeuerndes U-Boot oder (obwohl leider einmalig) als Auto mit Teleskop-Rädern.
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Es lässt sich vieles über Super Mario World: Yoshi’s Island 2 sagen – vom Grafikstil, der die Welt wie mit Wachsmalstiften und bunter Kreide gezeichnet darstellen lässt, bis zum schrecklichen Weinen Marios, wenn Yoshi getroffen wird und das Baby hilflos in einer Blase herumschwebt, während gleichzeitig ein Countdown abläuft, der euch piepsend warnt, dass ihr nur noch Sekunden zur Rettung Zeit habt.
Wer damals schon in den Genuss kam, das charmante und zeitlose Jump’n’Run zu spielen, wird sicherlich verwundert sein, dass es jetzt schon seinen 30. Geburtstag feiert. Am 5. August 1995 wurde das Spiel in Japan veröffentlicht, zwei Monate später auch bei uns in Europa. Wo es in unserer Liste der besten Super Mario-Spiele landet, lest ihr hier.
Quelle: YouTube / xRavenXP

