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Auf Steam gebannt und jetzt verschenkt: Dieses Spiel will ein Statement setzen

Die Löschung bestimmter Titel auf Steam hat auch ein Indie-Horrorspiel getroffen, das sich aber nicht von der Bildfläche radieren lassen will.

Bild aus Vile: Exhumed mit einem zerlaufenden Steam-Logo
© TWINS DESIGN STUDIO - stock.adobe.com / DreadXP / Final Girl Games / Steam / Valve / 4P.de [M]

DARUM haben wir vor dem Battlefield 6-Release große ANGST!

Die Plattform Steam steht gerade im Mittelpunkt eines Streitthemas, denn von den dort vertriebenen Spielen wurde kürzlich eine gewichtige Anzahl aufgrund neuer Bestimmungen zu Erwachseneninhalten entfernt. Den Anstoß hierzu sollen externe Stakeholder gegeben haben, und zwar Unternehmen, welche die angebotenen Zahlungsarten bereitstellen.

Spieler*innen sehen in diesem Akt eine nicht gerechtfertigte Zensur von Inhalten und auch auf Seiten der Entwickler*innen und Publisher entsteht großer Unmut über die Aussicht auf eine Begrenzung ihres freien Schaffens. Die Schöpferin eines Horrorspiels hat ihren Titel kürzlich schon an die Bannwelle verloren und dreht ihre Situation nun in die Chance zum Protest.

Horrorspiel Vile: Exhumed fliegt mit fadenscheiniger Begründung von Steam

Vile: Exhumed hätte eigentlich ab dem 22. Juli 2025 bei Steam zum Verkauf stehen sollen. Stattdessen aber fiel es den Sperrungen zum Opfer, die jüngst über die Plattform hereingebrochen sind. Wie die Entwicklerin Cara Cadaver auf der Webseite zu ihrem Spiel berichtet, habe man dem Titel „sexuelle Inhalte mit der Darstellung realer Personen“ vorgeworfen und somit den Bann begründet. Allerdings wie es scheint fälschlicherweise, denn diese sollen in Vile überhaupt nicht vorkommen.

Hier ein Trailer zu Vile: Exhumed:

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„Es gibt eine Menge intensiver visueller Szenarien in Vile: Exhumed, aber keine unzensierte Nacktheit, keine Abbildung sexueller Akte und keine Pornografie in jeglicher Form„, beschreibt Cara Cadaver die tatsächliche Lage. Aufgrund der Thematisierung von beispielsweise Missbrauch und Übergriffen und der Verbildlichung dieser über FMV und praktische Effekte ist das Spiel zwar nicht ganz ohne Warnhinweise zu genießen, für einen zu extremen Horror- oder Gewaltfaktor aber wurde es letztendlich nicht abgestraft.

Wird zum Gratis-Download mit Spendenaktion

Da Cara Cadaver ihr Werk allerdings nicht aufgrund der ungerechtfertigten Zensur auf ihrer Festplatte verstauben lassen will, stellt sie es über eine eigens eingerichtete Webseite als kostenlosen Download zur Verfügung. Damit will sie zeigen, dass sie sich nicht in ihrer Kunstfreiheit beschneiden lässt. Gleichzeitig nutzt sie die Aktion für einen guten Zweck und stellt einen Spendenlink bereit, der mit 50-prozentigem Anteil der Organisation Red Door Shelter zugute kommt, welche Unterstützung für Familien, Geflüchtete und Frauen bietet, die Schutz vor Gewalt suchen.

Damit führt sie ihre Mission fort, die sie schon bei der Entwicklung von Vile verfolgt hat: sich gegen sexuelle Übergriffe und Misogynie stark zu machen. „Niemand darf vorschreiben, welche Art von Horror akzeptabel ist und welche Geschichten erzählt werden dürfen“, betont sie in einem abschließenden Satz ihres Statements.

Indie-Entwickler*innen wie Cara Cadaver sind aber nicht die einzigen, die sich vor der Bedrohung der Zensur in Acht nehmen müssen. Es wird nämlich befürchtet, dass diese bald auch Titel wie GTA auf Steam treffen könnte.

Quellen: dreadxp.com, YouTube / DreadXP

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